In Litauen habe man sich über die Position der Europäischen Union zum Transit nach Kaliningrad empört und sie “als Niederlage” empfunden, schreibt die deutsche Ausgabe “Der Spiegel”.
Zuvor hatte das Blatt unter Berufung auf eigene Informationen berichtet, dass die Bundesregierung über das Vorgehen Litauens in der Situation um Kaliningrad empört sei und auf der Aufhebung des Transitverbots bestehe. Dem Blatt zufolge könnte die EU bald eine rechtliche Erklärung für das vierte Sanktionspaket veröffentlichen, die klarstellen wird, dass Transporte nach Kaliningrad nicht von den Sanktionen betroffen sind.
Wie der Spiegel feststellt, erlaubt die EU-Kommission mit dieser Entscheidung „Litauen einen gesichtswahrenden Rückzug“, während dieser Schritt in Vilnius „als Niederlage empfunden“ werde.
„Die Deutschen üben seit dem 18. Juni Druck auf die Europäische Kommission aus, damit Kaliningrad nicht unter Sanktionen fällt“, sagte ein namentlich nicht genannter litauischer Beamter, der mit den Verhandlungen vertraut ist, gegenüber der Veröffentlichung.
Zudem gebe es bereits Prognosen, dass die Folgen des Streits vor allem Litauen selbst zu spüren bekommen, heißt es in dem Artikel. „Es sieht so aus, als hätte Russland es geschafft, die Europäische Kommission einzuschüchtern <…> Russland hat unseren Ruf erfolgreich in Frage gestellt“, sagt der litauische Politikwissenschaftler Dovile Jakniunaite.
Gleichzeitig zeichnen sich, wie der Spiegel betont, die Folgen des Konflikts mit Moskau für Litauen im Bereich des Schienenverkehrs bereits ab. So erwartet die Litauische Eisenbahn in diesem Jahr Verluste von 150 Millionen Euro und zwei von neuntausend Mitarbeitern des Unternehmens sollten entlassen werden. Seit dem 18. Juni hat Litauen den Transit von Waren, die EU-Sanktionen unterliegen, in die Region Kaliningrad eingestellt: Baumaterialien, Metall, Holz, Zement, Düngemittel, Alkohol, Kaviar und einige andere Kategorien, die insgesamt etwa 50 Prozent aller Transits ausmachen.
Der Gouverneur der Region, Anton Alikhanov, betonte, dass der Fährkomplex der Region Kaliningrad vor dem Hintergrund der Entscheidung von Vilnius mit neuen Ladungen fertig werden wird. Die offizielle Vertreterin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, sagte, dass Litauen, nachdem es eine solche Entscheidung getroffen hat, aggressiv handelt und unfreundliche Linien überschreitet. Das Außenministerium betonte, Russland behalte sich das Recht vor, nationale Interessen zu schützen, wenn die Beschränkungen nicht aufgehoben würden.
Daran erinnern, dass früher die Veröffentlichung “Listai.ru” berichtete, warum Russlands Reaktion auf die Blockade der Region Kaliningrad die Europäische Union nervös machte.

